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Zuletzt aktualisiert am 11.05.2010
Nachdem ich nun seit 1988 Umgang mit dem Tarot pflege - welche Bedeutung hat es mit seinen Karten heute für mich persönlich?
Nun, um ganz ehrlich zu sein: nein, es ist nicht mehr jeden Tag auf's Neue die große bahnbrechende Entdeckung über das Leben an sich und die eigene Persönlichkeit im Speziellen. Ein klein wenig hat man sich in der Tat an die überraschenden Aussagen des Orakels gewöhnt.
Und eigentlich sieht man die Karten irgendwann einfach nur noch als ein aus bunt bedruckter Pappe gefertigtes Werkzeug. Ein "Werkzeug" jedoch, mit dem sich so gut wie jeder Mensch behelfen kann, wenn es darum geht, Dinge an und über sich selbst herauszufinden, die einem schon so in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass man sich ihrer schon gar nicht mehr bewußt ist.
Und da es eben "so gut wie jedem" Menschen helfen kann, muss es in sich das Wissen tragen, das für alle Menschen trotz aller Induvidualität gleichermaßen wichtig ist. Wissen über Dinge, die jeder Mensch dieser Welt irgendwann einmal durchlebt: Freude, Trauer, Abschied, Schmerz, Jubel, Liebe und all diese Dinge - die "Basics" des menschlichen Lebens eben.
Das Gefühl der Ehrfurcht vor diesem Wissen und seiner irgendwie "genialen Verpackung" ist geblieben, auch wenn es vielleicht ein wenig stiller und leiser geworden ist ... dafür aber auch tiefer.
Und von niemandem sonst könnte einem Spiel so viel Wissen über das Leben der Menschen bekommen haben als von uns Menschen selbst. Im Laufe der relativ wenigen Jahrhunderte, seit denen sie als Orakel und "Buch der Weisheit" verwendet werden, wurde von großen Köpfen immer wieder versucht, die Tarotkarten zu "korrigieren", zu erweitern oder anders zu strukturieren. Jedoch: die breite Masse der "User" allein entschied in jedem einzelnen Fall, welche Veränderung Bestand haben sollte und schließlich Tradition wurde - sozusagen ein "Darwinismus unter den Weisheitslehren".

In einem Satz:
Tarot ist für mich heute nicht mehr und nicht weniger als ein wunderbar funktionierendes Werkzeug, das sich die Masse der Menschheit durch Selektion der wirklich wichtigen Themen selbst geschaffen hat, um sich selbst helfen und erinnern zu können, wenn eines dieser wichtigen Dinge verdrängt, vergessen oder einfach nur aus den Augen verloren wurde.
Und dieses Werkzeug verwende ich, wenn es für mich angebracht ist oder andere mich darum bitten. Darüber hinaus besinne ich mich mehr darauf, das zu (er)leben, was den Karten innewohnt - anstatt sie "nur" zu legen.
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